Baustress nötig für die Zukunft
Von Jan Berger
Es gibt weniger Fahrspuren für die Autos und weitere Umleitungen bei den Leipziger Verkehrsbetrieben. Hotels und Geschäfte in der Innenstadt fürchten, dass Touristen verschreckt werden. Leipziger haben Angst, dass sich die Lebensqualität weiter einschränkt. Schlammige Schuhe, hohe Feinstaubwerte, lange Umwege: alles Themen, die weiter diskutiert werden. Immerhin ähnelt das Zentrum schon jetzt eher einer großen Baugrube denn einem vorzeigbares Aushängeschild der Messestadt.
Doch es führt kein Weg an der Ballung von Bauprojekten vorbei. Zur Fußballweltmeisterschaft darf Leipzig mit einem riesigen Besucheransturm rechnen. Da sollte sich nicht nur ein runderneuerter Stadtkern der Welt präsentieren. Die Infrastruktur muss belastbarer werden. Ohne einen weiteren Ausbau der Knotenpunkte am Ring würde der Verkehr wohl völlig zum erliegen kommen. Schon jetzt blockieren bei wichtigen Veranstaltungen in der Arena oder am Zentralstadion Autoschlangen das Waldstraßenviertel. Dies zeigt, wie nötig eine Verbesserung des Verkehrsflusses ist.
Das Sinnvolle erträglich machen
Und es gibt einen weiteren guten Grund, warum scheinbar alle Bauvorhaben gleichzeitig ablaufen. Fördergelder aus der Olympiabewerbung bleiben nur noch wenige Monate abrufbar. Da viele Baustellen auch ohne die WM in einigen Jahren anstehen würden, bleibt es sinnvoll, sie jetzt teilfinanziert anzuschieben.
Trotzdem wird klar: die Belastungen werden im Moment fast zu groß. Deshalb sollte die Stadt mit mehr Service und Angeboten für Leipziger, Einzelhändler und Touristen das Sinnvolle zum Erträglichen machen. Und alle müssen kurzzeitige Ausfälle verschmerzen, um sich in ihrer Heimat bald noch viel wohler zu fühlen!
